Hessischer Bildungsserver / Bildungsregion Marburg

Zufluchtsort Klassenzimmer Healing Classrooms für geflüchtete Schüler

Thema Zufluchtsort Klassenzimmer Healing Classrooms für geflüchtete Schüler freigegeben
Inhalt/Beschreibung

Junge Geflüchtete kämpfen oft mit hoher Unsicherheit und dauerhaftem Stress. Die Situation in ihren Heimatländern, aus denen sie vor Krieg und Krisen geflüchtet sind, und Erlebnisse auf ihrem Weg nach Deutschland haben meist nachhaltige Spuren hinterlassen. Zwar leidet nur ein kleinerer Teil der Kinder und Jugendlichen infolgedessen unter ausgeprägten post-traumatischen Belastungsstörungen und muss professionell behandelt werden. Doch für die meisten hat dieser langanhaltende, toxische Stress Auswirkungen auf ihre körperliche und seelische Gesundheit. Langwierige Asylverfahren in Deutschland erhöhen oft das Gefühl der Unsicherheit und Unplanbarkeit noch weiter. In dieser Situation kann die Schule ein wichtiger Ort der Stabilität sein. Lehrkräften und anderem pädagogischen Personal kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Durch verlässliche, belastbare Beziehungen und Routinen sowie Förderung von emotionalen und sozialen Kompetenzen im Unterricht gewinnen Kinder und Jugendliche ein Gefühl der Kontrolle und Zugehörigkeit zurück. Dadurch können nicht nur die langfristigen seelischen und körperlichen Folgen dieses extremen Stresses gemindert werden, auch eine erfolgreiche Teilnahme am Schulalltag wird dadurch überhaupt erst ermöglicht.
Das International Rescue Committee (IRC) unterstützt als gemeinnützige humanitäre Organisation in mehr als 20 Ländern weltweit die Bildung von Kindern und Jugendlichen in Notsituationen. In über 30 Jahren praktischer Arbeit und wissenschaftlicher Forschung hat IRC, vorrangig in der Arbeit mit Flüchtlingskindern, ein Konzept entwickelt, um die Folgen von toxischem Stress auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu lindern und eine erfolgreiche Schullaufbahn zu ermöglichen: Healing Classrooms. Diese Expertise stellt IRC jetzt auch deutschen Lehrkräften zur Verfügung und möchte gemeinsam mit ihnen die Modelle und Methoden des Healing-Classrooms-Ansatzes auf den deutschen Schulkontext anpassen.
Seit Anfang 2017 arbeitet IRC intensiv mit drei Schulen in Marburg zusammen. In einer mehrteiligen Fortbildungsreihe sowie Unterrichtshospitationen und –beratungen erarbeiten die beteiligten Lehrkräfte Ansätze um die Schule als stabilisierendes Umfeld für geflüchtete Schülerinnen und Schüler zu gestalten. Dazu werden Unterrichtsansätze und praktische Methoden erarbeitet, die die Kontrollüberzeugung, das Selbstwertgefühl, das Zugehörigkeitsgefühl, die positiven Bindungen und die intellektuelle Anregung im Unterricht fördern. Darüber hinaus werden Ansätze zur Förderung von emotionalen und sozialen Kompetenzen sowie Achtsamkeit und Konzentrationsfähigkeit in der Schule entwickelt.
Das Angebot gliedert sich in zwei Teile. Am Vormittag werden die theoretischen Hintergründe von IRC vorgestellt und darauf aufbauend erste praxisnahe Ideen für den eigenen Unterricht erarbeitet. Am Nachmittag teilt sich die Teilnehmergruppe in zwei Untergruppen nach Altersgruppe/Schulform auf. In einer Gruppe finden sich Lehrkräfte, die in der Grundschule und Förderstufe unterrichten, zusammen. Hier werden gemeinsam mit einer erfahrenen Lehrerin aus einer Intensivklasse an einer Marburger Grundschule konkrete Unterrichtsmethoden vorgestellt und ausprobiert, z.B. zur Etablierung von Regeln und Ritualen. In der zweiten Gruppe finden sich Lehrkräfte zusammen, die an Sekundar- und weiterführenden Schulen unterrichten. Hier stellen Lehrkräfte aus den am Projekt beteiligten Schulen verschiedene Unterrichtsansätze und Methoden vor, z.B. zur Beteiligung aller Schülerinnen und Schüler am Unterricht, die dann ebenfalls erprobt und diskutiert werden....

Zu erwerbende Fähigkeiten und Fertigkeiten

• Die TeilnehmerInnen können die Auswirkungen von toxischem Stress auf die Entwicklung von Kinder und Jugendlichen und deren Reversibilität durch positive Förderung und Zuwendung beschreiben. • Die TeilnehmerInnen entwickeln konkrete Ansätze, wie sie ein stabilisierendes Umfeld für SchülerInnen schaffen können. • Die TeilnehmerInnen erproben Methoden, um die emotionalen und sozialen Kompetenzen ihrer SchülerInnen zu fördern. • Die TeilnehmerInnen orientieren ihren Unterricht an den Stärken und Ressourcen ihrer geflüchteten SchülerInnen.

Themenbereich Integration von Schüler/innen nicht deutscher Herkunftssprache
Fächer/Berufsfelder Deutsch als Fremd-/Zweitsprache
Zielgruppe(n) Lehrkräfte, Mitgl. Schulleitung/schul. Steuergruppen
Schulform(en) Alle Schulformen
Veranstaltungsart Einzelveranstaltung
Bildungsregion Bildungsregion Marburg - Biedenkopf
Anbieter/Veranstalter
SSA Landkreis Marburg-Biedenkopf
Mirjam Wege
Robert-Koch-Str. 17
35037 Marburg
Fon: 06421 - 61 65 00 
Fax: 06421 - 61 65 24 
E-Mail: FORTBILDUNG.SSA.MARBURG@KULTUS.HESSEN.DE
Hinweis(e) Achtung: Dies ist ein fiktiver Termin!   Anmeldeinformation: Staatliches Schulamt Marburg-Biedenkopf   Ansprechpartner: Jeanette Louise Biba
Dozentinnen/Dozenten Jeanette Louise Biba
Dauer in Halbtagen 2
Zeitraum 31.07.2021 09:00 bis 17:00
Kosten 0,00€
Ort Staatliches Schulamt Marburg, Robert-Koch-Str. 17, 35037 Marburg
Veranstaltungsnummer 0189268903
Interne Veranstaltungsnummer 50990919

Die Anmeldung zu dieser Veranstaltung muss über die Seiten der Akkreditierungsstelle erfolgen. Suchen Sie dort bitte nach Ihrer Veranstaltung (Veranstaltungsnummer: 0189268903) und folgen Sie den Anweisungen und Hilfen der Akkreditierungsstelle.

Vielen Dank.